ERWEITERUNG VULPIUS KLINIK – BAUSTART MITTE SEPTEMBER 2026

Die Erweiterung der Vulpius Klinik in Bad Rappenau steht in den Startlöchern: Mit Unterstützung des Landes Baden-Württemberg nimmt die orthopädisch-chirurgische Fachklinik in den kommenden fünf Jahren rund 52 Millionen Euro in die Hand, um sich für die Zukunft zu rüsten. Die vorbereitenden Maßnahmen beginnen Mitte September. Der offizielle Baustart ist im Frühjahr 2027. Das Investitionsvolumen liegt im ersten Bauabschnitt bei zirka 41 Millionen Euro. Eine Förderzusage des Landes Baden-Württemberg liegt vor.

Mitte September beginnen in Bad Rappenau die vorbereitenden Maßnahmen für eines der größten Bauprojekte in der über 100-jährigen Geschichte der Vulpius Klinik. In zwei Bauabschnitten entstehen dort zwei neue Baukörper, ein Bettenhaus und ein Funktionsbau mit vier neuen Operationssälen. Die Arbeiten dauern voraussichtlich bis Ende 2029. Daran an schließt sich bis Ende 2031 die Sanierung des Altbaus. Da der Klinikbetrieb in allen Bereichen, inklusive Ambulanz, weiterläuft, wird das Ganze als sogenannte Rollierende Sanierung umgesetzt.

Für den ersten Bauabschnitt hat das Land Baden-Württemberg bereits eine Förderzusage gemacht. Die genaue Höhe hängt von den förderfähigen Kosten ab. Klar ist aber schon jetzt: Es ist eine der größten Einzelfördermaßnahmen im Rahmen des Krankenhausbauprogramms 2026 und ein klares Bekenntnis der Landesregierung zur Krankenhauslandschaft in der Region Heilbronn.

Mit dem von langer Hand geplanten Erweiterungsneubau, verantwortet vom Büro GKP Architekten unter Federführung von Birgit Braunschmid, stellt sich die Vulpius Klinik als eine der renommiertesten orthopädischen Fachkliniken Deutschlands für die Zukunft neu auf.

Sie erweitert die Zahl ihrer Operationssäle von sieben auf neun, optimiert Abläufe und schließt eine Abteilung mit Zimmern im Altbau, deren Standard nicht mehr zeitgemäß ist. Ziel der Gesamtmaßnahme ist es, den Klinikstandort zu sichern, die Qualität zu erhöhen, neue Patientengruppen zu erschließen und die Arbeitsabläufe für die 460 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Hauses zu optimieren.

Vorbereitende Maßnahmen beginnen Mitte September

Auf dem Gelände der Vulpius Klinik wird ab Mitte September über eine Stichstraße zunächst der große Parkplatz mit dem Mitarbeiterparkplatz verbunden. Damit wird die künftige Ein- und Ausfahrt für Patienten neu geregelt. Das betrifft auch die Patienten des Ambulante Operationszentrums (AOZ).

Weitere vorbereitende Maßnahmen, etwa die Neuordnung der Stromversorgung mit dem Bau einer neuen Trafostation, laufen noch in diesem Herbst an. Im Frühjahr 2027 beginnen dann die Arbeiten für den Erweiterungsneubau zur Vulpiusstraße hin. Für diesen Bauabschnitt muss die Vulpiusstraße im oberen Teil gesperrt werden. Der Verkehr wird im Wohngebiet umgeleitet. Die Parkplätze werden über die Schwalbenstraße angefahren. Über die gesamte Bauzeit hinweg sind diese kostenlos.

Um vor allem die Anwohnerinnen und Anwohner mitzunehmen, plant die Vulpius Klinik im Vorfeld dieses ersten Bauabschnitts eine Informationsveranstaltung im Kurhaus in Bad Rappenau. Dort werden die Pläne von Geschäftsleitung und Planern detailliert vorgestellt sowie Fragen beantwortet. Der Termin Anfang des kommenden Jahres wird rechtzeitig bekannt gegeben.

Warum muss die Vulpius Klinik bauen?
Die Vulpius Klinik ist eine Klinik mit einer langen Tradition. 1912 von Oskar Vulpius als Sanatorium gegründet, wurde das auf einem Hügel liegende, stadtbildprägende Gebäude im Laufe seiner langen Geschichte immer wieder erweitert und umgebaut. Durch stetiges Wachstum gliedert sich die Klinik mittlerweile in vier Bauteile mit einem Altbau und einem modernen Anbau.

Ziel der bevorstehenden Baumaßnahme ist es, ganze Bereiche neu zu strukturieren, um räumliche Defizite zu beheben und Funktionsabläufe zu optimieren. Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollen

die Wege klarer und das Arbeiten einfacher werden. So wird beispielsweise eine Abteilung im Altbau mit derzeit 37 Betten leergezogen und umgenutzt. Patienten werden künftig dort aufgenommen und erst nach der OP auf Station gebracht. Damit entspannt sich dort das Arbeiten deutlich. 24 Betten werden neu gebaut. „Wir modernisieren uns auch“, sagt Geschäftsführer Thilo Bausback: Bestehende Operationssäle werden modernisiert, die Infrastruktur wird angepasst. Eine zentrale Sterilisationsaufbereitung wird neu eingerichtet.

Der OP-Bereich erhält einen innenliegenden Aufwachraum, in dem Patienten etwa nach einem Gelenkwechsel länger überwacht werden können. Mit der Schaffung einer ITS-Station erschließt sich die Vulpius Klinik eine neue Zielgruppe: Patienten, die aufgrund ihres hohen Alters oder wegen diverser Vorerkrankungen kurzzeitig intensivpflichtig werden können, müssen derzeit noch woanders operiert werden. Das wird sich mit dem Erweiterungsneubau ändern. Nach einer geplanten Bauzeit von zweieinhalb Jahren soll dieser im Dezember 2029 fertig sein. Daran an schließt sich ab Frühjahr 2030 bis Dezember 2031 die Sanierung des Altbaus.

Zukunft der Vulpius Klinik

Die Vulpius Klinik hat als Fachklinik einen festen Platz in der Krankenhauslandschaft im Raum Heilbronn. Sie wird diesen Platz sowohl medizinisch als auch baulich weiter festigen, den Standort in Bad Rappenau sichern und Arbeitsplätze erhalten. Die dafür notwendige Bau- und Modernisierungsmaßnahme wird sowohl vom Land Baden-Württemberg als auch von der Stadt Bad Rappenau ausdrücklich begrüßt und mitgetragen.

An der Vulpius Klinik werden jedes Jahr knapp 10.000 Operationen im Bereich der Knie- und Hüftendoprothetik, Hand-, Schulter-, Fuß- und Sprunggelenkchirurgie durchgeführt. Diese Zahl, so Thilo Bausback, könnte kein Krankenhaus in der Region auffangen, würde die Vulpius Klinik nicht gefördert werden. In der Förderzusage des Landes Baden-Württemberg, die im Februar dieses Jahres erteilt wurde, sieht Bausback „ein schönes Zeichen“. Es zeige, dass das Land bereit sei, die Kliniken zu unterstützen.

Gleichwohl stellt die Modernisierung für das Haus einen wirtschaftlichen Kraftakt dar. Das Investitionsvolumen beträgt insgesamt gut 52 Millionen Euro. Die Kosten für den ersten Bauabschnitt schätzt der Geschäftsführer auf zirka 41 Millionen Euro. Eine Förderzusage des Landes für den zweiten Bauabschnitt steht noch aus. Thilo Bausback geht von einem Eigenanteil von insgesamt 13 bis 14,5 Millionen Euro aus. „Das ist viel Geld“, sagt er: „Und da muss man jetzt schon gut wirtschaften, sonst schafft man das nicht.“

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