Knorpelschäden

Person hält sich schmerzend das Knie im Sitzen auf einem Weg

Knie

Schädigung des Gelenkknorpels im Knie

Das Knie besteht aus verschiedenen Knochen, Bändern, Sehnen und Muskeln. Damit die Knochen nicht aufeinander reiben und sich zerstören, sind sie durch eine Knorpelschicht geschützt. Dieses Stützgewebe besteht aus Knorpelzellen. Der Knorpel sorgt für eine reibungslose Bewegung des Gelenks und federt Belastungen und Stöße bis zum siebenfachen des Körpergewichts ab.

Der Gelenkknorpel kann altersbedingt, aber auch in Folge von übermäßiger Belastung beim Sport, im Beruf oder durch Übergewicht geschädigt werden. Aber auch zu wenig Bewegung oder Sportunfälle wie ein Kreuzband- oder Meniskusriss können Schäden am Knorpel nach sich ziehen.

Zudem können Fehlstellungen der Beinachsen, wie X-Beine oder O-Beine langfristig zu Knorpelschäden führen. Diese Fehlstellungen verursachen eine ungleichmäßige Belastung des Kniegelenkes, wodurch bestimmte Bereiche stärker beansprucht werden.

Dabei können Knorpelstücke herausbrechen oder der Knorpel einreißen oder ausfransen. Der Verlust von Knorpel ist irreversibel, das heißt der Knorpelschaden heilt nicht von selbst. Denn das Gewebe ist nicht durchblutet.

Patienten mit einem Knorpelschaden leiden unter Schmerzen in Bewegung, Kraftminderung, Gelenkblockierungen. Zudem schwillt das Gelenk immer wieder an. Die Beschwerden schränken die Betroffenen stark im Alltag ein und mindern die Lebensqualität.

Zudem kann ein unbehandelter Knorpelschaden die Entstehung von Arthrose befördern.

Um das Ausmaß des Knorpelschadens festzustellen, werden Röntgenaufnahmen erstellt. Um mögliche Begleiterkrankungen zu diagnostizieren oder ausschließen zu können, werden gegeben falls noch MRT-Bilder gemacht.

Knorpelschäden je nach Ausmaß werden in vier verschiedene Grade eingeteilt:

  • Grad I Erweichung des Knorpels
  • Grad II oberflächliche Rauigkeiten des Knorpels
  • Grad III tiefgreifende Rauigkeiten des Knorpels
  • Grad IV Knorpel bis auf den Knochen abgerieben

Bei einer Erweichung des Knorpels wird konservativ behandelt. Dazu zählt Physiotherapie zur Stärkung der Muskulatur. So wird das Gelenk stabilisiert. Zudem kann Hyaluronsäure die Beschwerden lindern.

Bei Schäden des zweiten bis dritten Grades nehmen wir eine Knorpelglättung vor. Der Eingriff wird arthroskopisch vorgenommen. Bei diesem minimalinvasiven Eingriff werden kleine OP-Instrumente über kleine Schnitte eingeführt. Bei der Knorpelglättung werden die rauen Stellen am Knorpel vorsichtig geglättet. Bei dem Eingriff werden zudem Abriebpartikel aus dem Gelenk gespült. Dadurch werden die Reizungen m Knie reduziert.

Bei starken Knorpelschäden kommen verschiedene Methoden zur Therapie in Betracht.

Den tiefgreifenden Defekt kann man mit körpereigenem Gewebe auffüllen. Bei dieser Nanofrakturierung wird der freiliegende Knochen verletzt. Es kommt zu einer absichtlichen Blutung. Bei der Blutung aus dem Knochen treten Stammzellen aus, die eine Narbe aus Faserknorpel bilden. Dieses Ersatzgewebe füllt den Defekt auf.

Zudem wenden wir die „minced cartilage“-Technik an. Ein modernes Verfahren zur Behandlung von Knorpelschäden. Zunächst wird arthroskopisch oder offen beschädigtes Knorpelgewebe aus dem betroffenen Bereich entfernt. Anschließend werden gesunde Knorpelstücke aus dem umliegenden Gewebe entnommen und zerkleinert (minced). Diese Knorpelstücke werden direkt in den geschädigten Bereich eingebracht und fixiert, was zur Wiederherstellung der Gelenkfunktion beiträgt.

Die Knorpelsanierung mittels AMIC (autologe matrixinduzierte Chondrogenese) ist die Kombinationstechnik aus Mikrofrakturierung mit der Verwendung einer biologischen Membran, um die Knorpelregeneration zu fördern. Hier wird der geschädigte Knorpelbereich gereinigt und durch Mikrofrakturierung im darunterliegenden Knochen wird die Freisetzung von Stammzellen aus dem Knochenmark angeregt. Anschließend wird eine resorbierbare Kollagenmembran auf die betroffene Stelle aufgebracht. Diese Membran dient als Gerüst, das die Stammzellen an Ort und Stelle hält und deren Differenzierung in knorpelähnliches Gewebe unterstützt.

Bei der Knorpel-Knochen-Transplantation entnehmen wir aus einer intakten Fläche des Gelenks Knorpel-Knochen-Zylinder. Diese Zylinder werden dann in die zuvor ausgebohrten Bereiche eingepflanzt, wo der Knorpel stark geschädigt ist. Um Beschwerden gering zu halten, kann dieses Verfahren nur bei Schäden bis zu zwei bis drei Quadratzentimetern angewandt werden.

Zudem können Knorpelzellen transplantiert werden. Dazu wird Knorpelgewebe bei einer Arthroskopie entnommen. Die Zellen werden im Labor vermehrt und nach drei bis vier Wochen transplantiert. Das Transplantat wird auf die passende Größe zugeschnitten und mit Verankerungsnähten oder Fibrin, einer Art Kleber, fixiert. Die Knorpelzellen können so die zerstörten Bereiche ausheilen.

Bei X-Beinen wird der äußere Bereich des Knies stärker belastet, während bei O-Beinen der innere Bereich mehr Druck erfährt. Diese ungleiche Druckverteilung kann den Gelenkknorpel übermäßig abnutzen und so das Risiko für eine Arthrose und andere Knorpelschäden erhöhen. Eine frühzeitige Diagnose und gegebenenfalls eine Korrektur der Fehlstellung mittels Begradigung der Beinachse (Umstellungsosteotomie) können helfen, Folgeschäden zu verhindern. 

Bereits kurz nach der Therapie sollte das Gelenk bewegt werden – am besten bei der Physiotherapie. Nach einer arthroskopischen Glättung können die Patienten das Bein nach ein bis zwei Wochen wieder belasten. Nach einer Transplantation von Knorpelzellen sind die Patienten sechs bis acht Wochen auf Gehstützen angewiesen.

Teil der Nachbehandlung sind neben der Physiotherapie, auch Injektionen mit Hyaluronsäure und Nahrungsergänzungsmittel. Das hilft dem Knorpel sich zu regenerieren.

Häufige Fragen

Nach der Operation ist es zunächst wichtig, die Nachbehandlung mit Physiotherapie gewissenhaft auszuführen.

Zudem können Sportarten, die das Knie durch Start-Stopp-Bewegungen, stark belasten, auch den Knorpel schädigen.

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Porträt von Prof. Dr. med. Michael Clarius, einem Mann mit kurzgeschnittenem grauem Haar und blauen Augen. Er trägt einen weißen Arztkittel und lächelt freundlich in die Kamera. Der Hintergrund ist unscharf mit blauen und weißen Tönen

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Behandlung Knorpelschäden

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    Dr. med. Tobias Bernschneider

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    Dr. med. Guido Mohr

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    dr. med./Med. Univ. Pécs Zoltán Szöke

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    Maximilian Heinz

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    Benjamin Thaler

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    M.D. Obada Harara

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    Orthopädie & Unfallchirurgie


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    Jan Marc Föhr

    Facharzt

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    Lena Renkenberger

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    Orthopädie und Unfallchirurgie


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    Dr. med. Dimitrios Chloridis

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    Mihai-Alexandru Radulescu

    Assistenzarzt

    Orthopädie & Unfallchirurgie


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