Kahnbeinbruch / -pseudarthrose

Zwei kleine Kinderhände berühren moosbedeckten Waldboden, umgeben von natürlichem Licht und grüner Vegetation. Eine grüne grafische Linie umrahmt die Szene dekorativ

Hand / Handgelenk

Fractura ossis scaphoidei / Pseudarthrosis ossis scaphoidei

Das Kahnbein ist ein bohnenartig geformter Knochen, der zu den Handwurzelknochen gehört, die das Handgelenk mit der Mittelhand verbinden. Zwischen dem Daumenstrahl sowie der Speiche ist das Kahnbein lokalisiert und muss bei einem Sturz auf die Hand, aufgrund der anatomischen Lage und Form hohe Kräfte aushalten.

Ein Bruch des Kahnbeins tritt typischerweise durch einen Sturz auf die ausgestreckte Hand auf und betrifft vorrangig junge Männer zwischen 20 und 40 Jahren. Der Patient verspürt hierbei zumeist einen Schmerz an der Speichenseite des Handgelenkes sowie einen Belastungs- und Stauchungsschmerz am Daumen, begleitet von einer Weichteilschwellung.

Problem bei Brüchen des Kahnbeins ist die nicht immer einfache Diagnostik. Häufig reicht die konventionelle Röntgendiagnostik nicht aus, sodass ergänzend eine CT-Untersuchung notwendig wird.

Wenn eine Kahnbeinfraktur übersehen oder nicht ausreichend behandelt wird, kann es zur Falschgelenkbildung (Pseudarthrose) im Bereich es Bruchspaltes kommen, was neben anhaltenden, meist belastungsabhängigen Beschwerden, über Jahre hinweg zur massiven Zerstörung des Hangelenks führen kann.

Das oberste Ziel der Therapie ist die Ausheilung des Kahnbeinbruches zu gewährleisten, um Spätfolgen einer ausbleibenden Knochenheilung (Pseudarthrose) zu verhindern.

Konservative Behandlung des Kahnbeinbruches:
Stabile und unverschobene Kahnbeinbrüche können konservativ durch Gipsruhigstellung im Unterarmgips mit Einschluss des Handgelenkes und des Daumengrundgelenkes behandelt werden. Die Gipsbehandlung dauert aufgrund der langsamen Knochenheilung in der Regel zwischen 6-12 Wochen. Wünscht der Patient eine kürzere Behandlungsdauer, kann auch der stabile Kahnbeinbruch operiert werden.

Operative Behandlung des Kahnbeinbruches:
Instabile Brüche sollten wegen des hohen Risikos für eine ausbleibende Knochenheilung mit Ausbildung einer Pseudarthrose immer operativ versorgt werden.
In den allermeisten Fällen erfolgt die Stabilisierung des Bruches mittels einer Doppelgewindeschraube, die je nach Lokalisation des Bruchspaltes von streckseitig oder beugeseitig in den Knochen eingebracht wird. Die Schraube selbst wird komplett im Knochen versenkt, sodass diese nur in Ausnahmefällen wieder entfernt werden muss. Alternative Stabilisierungsmöglichkeiten eines solchen Bruches sind die Fixation mittels Platte und Schrauben oder alternativ mittels Drähten.

Operative Behandlung der Kahnbeinpseudarthrose:
Ziel dieser aufwendigeren Operation ist es, eine knöcherne Wiedervereinigung der Frakturstücke und Wiederherstellung der Form des Kahnbeins zu erreichen. Auch hier erfolgt der Zugang zum Kahnbein in Abhängigkeit von der Lokalisation des Pseudarthrosenspaltes. Danach wird das Bindegewebe, welches sich in den Bruchspalt eingelagert hat entfernt und die beiden Knochenenden angefrischt. Bei dieser notwendigen Maßnahme entsteht ein Knochendefekt, der anschließend mittels Knochensubstanz aufgefüllt werden muss. Hierzu wird ein entsprechend dimensionierter Knochenblock von der Beckenschaufel verwendet, der über einen kleinen Hautschnitt am seitlichen Beckenkamm mit einer Spezialfräse entnommen wird. Die anschließende Fixierung der Bruchstücke und des Knochenblocks erfolgt wie schon bei der Versorgung des Kahnbeinbruches mittels einer kanülierten Doppelgewindeschraube, die sicher im Kahnbein versenkt werden kann und gleichzeitig zu einer Kompression der Bruchstücke mit dem Knochenblock führt.

Die Nachbehandlung des Kahnbeinbruches erfolgt durch Ruhigstellung mittels Gipsschiene für vier Wochen. Eine Schonung der Hand und das Vermeiden von Belastungen ist für 6 Wochen empfehlenswert. Bei anschließenden Bewegungseinschränkungen können physiotherapeutische Maßnahmen notwendig werden.

Die operative Therapie der Kahnbeinpseudarthrose mit Knochenblock-Entnahme aus dem Beckenkamm ist mit einem 2-tägigen stationären Aufenthalt verbunden. Die Ruhigstellung erfolgt in einem Unterarmgips für zunächst 6 Wochen. Anschließend wird eine Röntgenkontrolle vorgenommen und abhängig von der knöchernen Heilung die Ruhigstellung um 2-4 Wochen verlängert oder mit Bewegungsübungen des Handgelenkes begonnen.

Häufige Fragen

Da es sich um eine Unfallverletzung handelt, kann es möglich sein, dass noch am Unfalltag operiert werden kann, sofern OP-Kapazität vorhanden ist und die Vorerkrankungen des Patienten es ermöglichen (siehe Abschnitt Vorerkrankungen: Diabetes mellitus, Blutgerinnung). Dazu ist es aber notwendig, dass der Patient nüchtern ist. D.h. nach dem Unfall sollte weder Nahrung noch Flüssigkeit oder Nikotin eingenommen werden, um einen zeitlichen Spielraum zu haben.

Wenn die Operation erst im Verlauf erfolgen kann, dann sollte die Haut möglichst gereinigt sein, um das Infektionsrisiko so weit wie möglich zu reduzieren. Die Fingernägel sollten so kurz wie möglich geschnitten sein, da die Hautkeime vor allem in diesen Regionen vorkommen. Nagellack und weitere kosmetische Nagelveränderungen müssen vor der Operation aus den oben genannten Gründen entfernt werden. Die Schulterregion und Achsel an der zu operierenden Hand sollte ebenfalls gereinigt und unverletzt sein, weil dort die Betäubung i.d.R. gesetzt wird. Da meistens ein zweitätiger stationärer Aufenthalt erfolgt, sollte entsprechend Kleidung, persönliche Hygieneartikel und vor allem die eigenen Medikamente für z.B. Bluthochdruck, Diabetes, Schilddrüse usw. mitgebracht werden, um eine reibungslose Versorgung zu garantieren.

Um die Operation reibungslos planen zu können, sollten alle relevanten Unterlagen zu Vorerkrankungen am Sprechstundentermin mitgebracht werden. Äußerst wichtig ist eine aktuelle Medikamentenliste.

  • Diabetes mellitus: Metformin muss ein bis zwei Tage vor der Operation abgesetzt werden. Dies wird bei der Besprechung mit dem Narkosearzt individuell geklärt.
  • Blutgerinnungstherapie: 100 Milligramm Aspirin zur täglichen Einnahme darf auch während der Operation und danach fortgeführt werden. Andere Blutgerinnungsmedikamente (z.B. Marcumar, Xarelto usw.) müssen im Vorfeld abgesetzt und durch alternative Präparate ersetzt werden. Dies wird individuell entschieden und sollte mit Ihrem Haus- oder Facharzt abgestimmt werden.

In der Regel erfolgt die Operation mit einer schonenden Regionalanästhesie. Dabei wird der Arm betäubt, sodass der Kreislauf nicht sonderlich belastet wird. Diese Methode ermöglicht zudem eine individuell steuerbare Schmerztherapie während des stationären Aufenthalts und sorgt für eine wirksame Schmerzlinderung nach der Operation.

Da es sich um eine sehr häufige Verletzung handelt, haben unsere Chirurgen große Erfahrung bei der Versorgung dieser Brüche.

Bei dem Eingriff können Sehnen, Bänder, Nerven und Blutgefäße verletzt werden. Dies kann zu einer Funktionsminderung der Hand führen. Zu den möglichen Komplikationen zählen auch Infektionen, Schwellungen, Blutergüsse, Schmerzsyndrome (sog. CRPS – Komplex regionales Schmerzsyndrom) und das Narkoserisiko. Vor allem Raucher haben ein erhöhtes Risiko von Knochenheilungsstörungen. Deswegen sollte der Nikotinkonsum gestoppt oder zumindest reduziert werden.

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Behandlung Kahnbeinbruch / -pseudarthrose

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    Dr. med. Ali Ayache

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  • Porträt von Dr. med. Holger Müller, einem lächelnden Mann mit kurzen schwarzen Haaren, der einen weißen Arztkittel trägt und vor einem unscharfen Hintergrund mit blauen und weißen Elementen steht
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    Dr. med. Holger Müller

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  • Porträt von Miriam Hahn, einer jungen Frau mit blonden Haaren, die zu einem Pferdeschwanz gebunden sind. Sie trägt einen weißen Arztkittel und lächelt freundlich in die Kamera. Der Hintergrund ist unscharf und zeigt einen hellen Innenraum
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    Miriam Hahn

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    Dr. med. Caroline Welk

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