Finger- und Handgelenksarthrose

Nahaufnahme einer dunklen Hand, die sanft über grüne Pflanzen auf einem Feld bei Sonnenuntergang streicht, umgeben von einem stilisierten grünen Rahmen

Hand / Handgelenk

Gelenkverschleiß der Hand- und Finger

Arthrose in den Fingern und im Handgelenk ist eine degenerative Gelenkerkrankung, die durch den Abbau des schützenden Knorpels zwischen den Gelenken gekennzeichnet ist. Dieser Knorpel wirkt normalerweise als Puffer, der reibungslose Bewegungen ermöglicht. Wenn der Knorpel jedoch abgenutzt wird, reiben die Knochen direkt aufeinander, was Schmerzen, Schwellungen und eine eingeschränkte Beweglichkeit verursacht. In den Fingern führt dies häufig zu Verformungen der Gelenke, Knötchenbildung und einem Verlust der Feinmotorik, während die Arthrose im Handgelenk Schmerzen und Steifheit hervorruft, die alltägliche Bewegungen wie Greifen und Drehen erschweren können. Die Erkrankung schreitet in der Regel langsam voran und kann, wenn sie unbehandelt bleibt, die Handfunktion erheblich beeinträchtigen.

Der Gelenksverschleiß kann prinzipiell alle Gelenke am Körper befallen. Häufig ist vor allem die Arthrose der Fingerendgelenke an der Hand, die in der Regel mehr Frauen als Männer betreffen. Oftmals fällt zunächst eine Schwellung über den Endgelenken auf, die ggf. mit Nagelwachstumsstörungen einhergeht. Die Gelenke schmerzen und schwellen vor allem nach Belastung an. Zudem können Deformierungen der Finger auftreten.

Auch die Fingermittelgelenke verschleißen nicht selten. Es tritt eine häufig spindelförmige Schwellung um die Mittelgelenke auf. Sehr typisch ist für alle verschlissenen Gelenke der sogenannte „Anlaufschmerz“. Die Gelenke müssen erst „warmlaufen“, bevor der Schmerz nachlässt. Die Handgelenke können ebenfalls aufgrund verschiedenster Ursachen von Arthrose befallen sein und das typische Beschwerdemuster mit Schwellung, Rötung und Schmerzen aufzeigen. Oftmals sind alte Verletzungen ursächlich für eine im Verlauf auftretende Arthrose.

Ein Verschleiß, der keine Schmerzen verursacht, muss nicht zwingend sofort behandelt werden. Erst das Auftreten von Schmerzen und die damit verbundene Funktionseinschränkung machen eine Therapie zeitnah notwendig. Bei einer Arthrose im Anfangsstadium kann eine Kortisoninfiltration und eine Ruhigstellung mit einer Bandage, einer sogenannten Orthese, die Schmerzen deutlich lindern, da die Entzündungsreaktion im Gelenk reduziert wird. Auch das Vermeiden gelenkbelastender Tätigkeiten sollte erfolgen. Erst bei sehr starken und anhaltenden Schmerzen, welche die Gebrauchsfähigkeit und die Lebensqualität deutlich einschränken, empfehlen wir eine Operation. 

Für das verschlissene Fingerendgelenk hat sich die Versteifung durch eine Schraube, die meist nicht mehr entfernt werden muss, bewährt. Ein versteiftes Endgelenk hat für die meisten Patienten keinen funktionellen Nachteil zur Folge.

Für die Fingermittelgelenke können mittlerweile je nach Gelenksituation gelenkerhaltende Operationen mit einer Prothese angeboten werden. Dadurch kann die Beweglichkeit im Gelenk erhalten oder wieder hergestellt werden. Die Versteifung in diesem Gelenk ist dennoch in manchen Fällen die Option der ersten Wahl bzw. eine Rückzugsvariante, um die Schmerzen zu nehmen und eine stabile Situation zu erhalten.

An der Handwurzel gibt es vielfältige Ausprägungen der Arthrose, sodass beispielhaft eine Form des Gelenkverschleißes vorgestellt wird. Aufgrund einer ausgeprägten Zerstörung des Gelenks zwischen Kahnbein und Speiche muss das zerstörte Kahnbein entfernt und eine Teilversteifung zwischen Mond-, Dreieck-, Haken- und Kopfbein mit Drähten durchgeführt werden, um die Handwurzel zu stabilisieren. Danach besteht meist Schmerzfreiheit und eine deutliche Funktionsverbesserung der Hand bei noch zufriedenstellender Restbeweglichkeit.

Die Operationen an den Fingern erfolgen unter ambulanten Bedingungen. Die größeren Operationen an der Handwurzel werden aufgrund der Schmerzhaftigkeit meistens stationär durchgeführt. Um die postoperativen Schmerzen besser kontrollieren zu können, wird oftmals ein Schmerzkatheter gelegt, der eine sehr wirksame und individuelle Schmerztherapie für den Patienten ermöglicht. Der Schmerzkatheter wird vor der Operation in der Achselhöhle oder oberhalb des Schultergelenks platziert und verbleibt bis zur Entlassung. Die Patienten sind nach der Operation i.d.R. einen Tag bei uns.

Es erfolgen regelmäßige Wundkontrollen und Verbandwechsel. Die Entfernung des Nahtmaterials wird nach zwei Wochen vorgenommen. Bei Versteifungen wird zunächst das entsprechende Gelenk im Gips ruhiggestellt. Bei gelenkerhaltenden Eingriffen wird nach einer kurzen Ruhigstellung frühzeitig unter physiotherapeutischer Anleitung der Finger bewegt. Die Wiederaufnahme der Belastung kann bei Versteifungen erst nach Knochenheilung, d.h. frühestens nach sechs Wochen erfolgen.

Häufige Fragen

Entscheidend ist die Untersuchung, um für den Patienten die beste Therapie festlegen zu können. Deshalb sollte der Patient im Vorgespräch in der Sprechstunde seine Schmerzen bestmöglich schildern und vor allem auslösende Tätigkeiten beschreiben können. In der Regel werden die Patienten am Tag der Operation aufgenommen.

Um das Infektionsrisiko so weit wie möglich zu reduzieren, sollte die Haut gut gereinigt und gepflegt sein. Trockene Haut sollte mit Hautschutzcreme im Vorfeld behandelt sein, da trockene Haut eine verminderte Schutzfunktion aufweist. Die Fingernägel sollten so kurz wie möglich geschnitten sein, da die Hautkeime vor allem in diesen Regionen vorkommen. Nagellack und weitere kosmetische Nagelveränderungen müssen vor der Operation aus den oben genannten Gründen entfernt werden. Die Schulterregion und Achsel an der zu operierenden Hand sollte ebenfalls gereinigt und unverletzt sein, weil dort die Betäubung i.d.R. gesetzt wird. Da ein zweitätiger stationärer Aufenthalt erfolgt, sollte entsprechend Kleidung, persönliche Hygieneartikel und vor allem die eigenen Medikamente für z.B. Bluthochdruck, Diabetes, Schilddrüse usw. mitgebracht werden, um eine reibungslose Versorgung zu garantieren.

Um die Operation reibungslos planen zu können, sollten alle relevanten Unterlagen zu Vorerkrankungen am Sprechstundentermin mitgebracht werden. Äußerst wichtig ist die aktuelle Medikamentenliste.

Die Betreuungsvollmacht sollte vorhanden und der Betreuer am Sprechstundentermin anwesend sein, um eine zügige Therapieeinleitung beginnen zu können.

Medizinische Fachausdrücke und die Beschreibung von Erkrankung und Therapie sind manchmal schwer verständlich. Für den Erfolg der Therapie ist es aber sehr wichtig, dass der Patient alles versteht und dem behandelnden Arzt Symptome beschreiben kann. Bei bestehenden Sprachbarrieren sollte daher ein Übersetzer mit zum Sprechstundentermin gebracht werden.

Diabetes mellitus: Metformin muss ein bis zwei Tage vor der Operation abgesetzt werden. Dies wird aber nochmals in der Sprechstunde vor der Operation mit dem Narkosearzt genau besprochen.

Blutgerinnungstherapie: 100m Milligramm Aspirin zur täglichen Einnahme darf auch während der Operation und danach fortgeführt werden. Alle übrigen Blutgerinnungsmedikamente (z.B. Marcumar, Xarelto usw.) müssen im Vorfeld abgesetzt und durch andere Präparate ersetzt werden. Da dies immer eine sehr individuelle Entscheidung ist, sollten alle Informationen am Sprechstundentermin vorhanden sein. In Anbetracht der Vielzahl an erhältlichen Medikamenten muss oftmals vor der Operation der betreuende Hausarzt bzw. Facharzt diesbezüglich eingeschaltet werden.

In der Regel erfolgt die Operation mit einer schonenden Regionalanästhesie, d.h. der Arm wird betäubt, sodass der Kreislauf nicht sonderlich belastet wird. Danach wird die Schmerztherapie durch dieses Verfahren während des stationären Aufenthalts individuell gesteuert. Dies sorgt für eine sehr wirksame Schmerzausschaltung nach der Operation. Über die Narkoserisiken wird der Patient in einem persönlichen Gespräch mit dem Narkosearzt informiert (hierzu verweisen wir auch auf den Abschnitt Anästhesie auf unserer Homepage).

Die Operation kann gut geplant werden, wodurch Risiken minimiert werden können. Unsere Chirurgen haben große Erfahrung bei dieser sehr häufig vorkommenden Erkrankung.

Bei dem Eingriff können Sehnen, Bänder, Nerven und Blutgefäße verletzt werden. Dies kann zu einer Funktionsminderung der Hand führen. Zu den möglichen Komplikationen zählen auch Infektionen, Schwellungen, Blutergüsse, Schmerzsyndrome (sog. CRPS – Komplex regionales Schmerzsyndrom) und das Narkoserisiko.

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Arthrose in Finger- und Handgelenk

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    Dr. med. Caroline Welk

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