Morbus Dupuytren

Nahaufnahme einer linken Hand mit weißen Fingernägeln, die locker über einem durchsichtigen Regenschirm gehalten wird, eingerahmt von einem stilisierten grünen Rahmen

Hand / Handgelenk

Dupuytren-Kontraktur

Morbus Dupuytren ist eine Erkrankung, die das Bindegewebe in der Hand betrifft, insbesondere die sogenannte Palmaraponeurose, eine faserige Struktur unter der Haut der Handfläche. Diese Erkrankung führt zu einer Verhärtung und Verkürzung des Gewebes, wodurch sich feste Stränge und Knoten bilden können. Im Verlauf der Krankheit ziehen diese Stränge die Finger, meistens den Ring- und kleinen Finger, langsam in die Handfläche, was zu einer dauerhaften Beugung der Finger führt. Dadurch wird das Strecken der betroffenen Finger zunehmend schwieriger, was die Handfunktion erheblich einschränken kann. Morbus Dupuytren entwickelt sich meist über Jahre hinweg und kann sowohl im Alltag als auch bei beruflichen Tätigkeiten zu erheblichen Beeinträchtigungen führen.

Der Morbus Dupuytren ist eine mitunter erblich bedingte Erkrankung, welche die tiefen Hautschichten der Hohlhand, Finger und des Daumens betreffen. Es kommt zu einer gutartigen Wucherung dieser Schichten mit Beugestellung und Bewegungseinschränkung der Finger.

Diese Stränge können sich wie Sehnen darstellen, können aber auch als Knoten oder Verhärtungen in der Handinnenseite auftreten. Zudem können auch Verhornungen über den streckseitigen Fingermittelgelenken auftreten, die als „knuckle pads“ bezeichnet werden.

Diese Wucherungen führen nicht nur zu Bewegungseinschränkungen, sondern können auch schmerzhaft sein. Der Krankheitsverlauf ist sehr individuell und lässt daher nur schwer eine Prognose über den Verlauf der Krankheit zu. Männer sind häufiger betroffen als Frauen. Je früher der Ausbruch der Erkrankung, desto langwieriger und schwieriger ist in der Regel der Krankheitsverlauf. In den skandinavischen Ländern ist das Auftreten dieses Krankheitsbildes häufiger anzutreffen als in den südlichen Breitengraden.

Beginnende Bewegungseinschränkungen bis zu 30 Grad in den Fingergelenken müssen nicht operiert werden. Erst wenn man eine Zeitung zwischen den Fingern lesen kann, wäre eine Operation dieser Wucherungen sinnvoll. Schmerzhafte Knoten können auch schon früher entfernt werden, wenn dadurch die Funktion der Hand erheblich eingeschränkt ist.

Einzelne gut tastbare Stränge können durch eine minimalinvasive Technik operativ aufgebrochen werden, sodass nur eine sehr kleine Wundfläche verbleibt. Bei diesem Verfahren wird mit einer Nadel unter lokaler Betäubung die Wucherung perforiert, aufgebrochen und dadurch die Bewegungseinschränkung aufgelöst. Das Verfahren heißt „Nadelfasziotomie“.

Bei ausgeprägten Einschränkungen und breitflächigen Strängen muss allerdings der Strang komplett entfernt werden. Ersteingriffe an einem Finger werden meist ambulant operiert. Mehrere Finger oder wiederholte Eingriffe an der Hand werden aufgrund erhöhter Risiken für die Wundheilung und Durchblutung stationär behandelt. Manchmal müssen aufgrund der Hautvernarbungen Hautverpflanzungen vom Unter- bzw. Oberarm vorgenommen werden, um den entstehenden Defekt zu decken.

Es erfolgen regelmäßige Wundkontrollen und Verbandwechsel. Die Entfernung des Nahtmaterials ist in den meisten Fällen nicht notwendig, da wir selbstauflösendes Nahtmaterial verwenden. Nach wiederholten Eingriffen oder nach einer Nadelfasziotomie wird eine Quengelschiene über einige Monate angelegt, um die Korrektur zu halten. Physiotherapie sollte im Verlauf zusätzlich erfolgen.

Häufige Fragen

Es ist eine erblich bedingte Erkrankung. Da es noch keine kausale Therapie gibt, kann diese Erkrankung unabhängig des Operationserfolgs jederzeit wieder auftreten.

Die Untersuchung ist entscheidend, um für den Patienten die beste Therapie festlegen zu können. Deshalb sollte der Patient im Vorgespräch in der Sprechstunde seine Schmerzen bzw. Funktionsdefizite bestmöglich schildern.

Um das Infektionsrisiko so weit wie möglich zu reduzieren, sollte die Haut gut gereinigt und gepflegt sein. Hautaufwerfungen sollten trocken sein. Die Fingernägel sollten so kurz wie möglich geschnitten sein, da die Hautkeime vor allem in diesen Regionen vorkommen. Nagellack und weitere kosmetische Nagelveränderungen müssen vor der Operation aus den oben genannten Gründen entfernt werden. Die Schulterregion und Achsel an der zu operierenden Hand sollte ebenfalls gereinigt und unverletzt sein, weil dort die Betäubung i.d.R. gesetzt wird. Die Nadelung erfolgt in lokaler Betäubung direkt in der Hohlhand. Wenn ein zweitätiger stationärer Aufenthalt erfolgt, sollte entsprechend Kleidung, persönliche Hygieneartikel und vor allem die eigenen Medikamente für z.B. Bluthochdruck, Diabetes, Schilddrüse usw. mitgebracht werden, um eine reibungslose Versorgung zu garantieren.

Um die Operation reibungslos planen zu können, sollten alle relevanten Unterlagen zu Vorerkrankungen am Sprechstundentermin mitgebracht werden. Äußerst wichtig ist die aktuelle Medikamentenliste.

Die Betreuungsvollmacht sollte vorhanden und der Betreuer am Sprechstundentermin anwesend sein, um eine zügige Therapieeinleitung beginnen zu können.

Medizinische Fachausdrücke und die Beschreibung von Erkrankung und Therapie sind manchmal schwer verständlich. Für den Erfolg der Therapie ist es aber sehr wichtig, dass der Patient alles versteht und dem behandelnden Arzt Symptome beschreiben kann. Bei bestehenden Sprachbarrieren sollte daher ein Übersetzer mit zum Sprechstundentermin gebracht werden.

Diabetes mellitus: Metformin muss ein bis zwei Tage vor der Operation abgesetzt werden. Dies wird aber nochmals in der Sprechstunde vor der Operation mit dem Narkosearzt genau besprochen.

Blutgerinnungstherapie: 100 Milligramm Aspirin zur täglichen Einnahme darf auch während der Operation und danach fortgeführt werden. Alle übrigen Blutgerinnungsmedikamente (z.B. Marcumar, Xarelto usw.) müssen im Vorfeld abgesetzt und durch andere Präparate ersetzt werden. Da dies immer eine sehr individuelle Entscheidung ist, sollten alle Informationen am Sprechstundentermin vorhanden sein. In Anbetracht der Vielzahl an erhältlichen Medikamenten muss oftmals vor der Operation der betreuende Hausarzt bzw. Facharzt diesbezüglich eingeschaltet werden.

Ausnahmen bestehen für die Nadelung: bei dieser minimal-invasiven Therapie können in der Regel Metformin und Blutgerinnungsmedikamente in Abhängigkeit des Befundes und der Gesamtsituation weiter eingenommen werden.

In der Regel erfolgt die Operation mit einer schonenden Regionalanästhesie, d.h. der Arm wird betäubt, sodass der Kreislauf nicht sonderlich belastet wird. Danach wird die Schmerztherapie durch dieses Verfahren während des stationären Aufenthalts individuell gesteuert. Dies sorgt für eine sehr wirksame Schmerzausschaltung nach der Operation. Über die Narkoserisiken wird der Patient in einem persönlichen Gespräch mit dem Narkosearzt informiert (hierzu verweisen wir auch auf den Abschnitt Anästhesie auf unserer Homepage).

Ausnahmen bestehen für die Nadelung. Diese wird in örtlicher Betäubung in der Hohlhand durchgeführt.

Die Operation kann gut geplant werden, wodurch Risiken minimiert werden können. Unsere Chirurgen haben große Erfahrung bei dieser sehr häufig vorkommenden Erkrankung.

Bei dem Eingriff können Sehnen, Bänder, Nerven und Blutgefäße verletzt werden. Dies kann zu einer Funktionsminderung der Hand führen. Zu den möglichen Komplikationen zählen auch Infektionen, Schwellungen, Blutergüsse, Schmerzsyndrome (sog. CRPS – Komplex regionales Schmerzsyndrom) und das Narkoserisiko.

Beispiele

Jetzt einen Termin vereinbaren

Online-Terminvereinbarung
Morbus Dupuytren

ONLINE-Terminbuchung

Telefonische Terminvereinbarung
Tel.: 07264 60-120

Auf Grund der hohen telefonischen Nachfrage, empfehlen wir Ihnen Ihre Terminvereinbarung bei uns ONLINE vorzunehmen.
Sprechzeiten

Mo 7:30 – 11:00 und 13:00 – 15:00 Uhr
Fr 7:30 – 10:30 Uhr und 11:30 – 13:30 Uhr
nur nach Vereinbarung

Privatsprechstunde
Chefarzt Prof. Dr. med. Frank Unglaub

Mi 13:00 – 14:45 Uhr
und nach Vereinbarung

Terminvereinbarung
Privatsprechstunde
Tel.: 07264 60-327

Ihr Ansprechpartner

Prof. Dr. med. Frank Unglaub
Chefarzt
Handchirurgie

Zum Profil
Porträt von Prof. Dr. med. Frank Unglaub, einem Mann mit kurzem braunem Haar, der ein dunkles Poloshirt trägt, vor einem unscharfen Hintergrund mit blauen Vorhängen und Fenstern

Ärzteteam

Behandlung Morbus Dupuytren

  • Porträt von Prof. Dr. med. Frank Unglaub, einem Mann mit kurzem braunem Haar, der ein dunkles Poloshirt trägt, vor einem unscharfen Hintergrund mit blauen Vorhängen und Fenstern
    Zum Profil

    Prof. Dr. med. Frank Unglaub

    Chefarzt

    Handchirurgie


  • Dr. med. Ali Ayache Mann mit dunklen, kurzen Haaren, Brille und leichtem Bart trägt einen weißen Arztkittel über einem hellblauen Hemd. Er lächelt freundlich in die Kamera vor einem unscharfen hellen Hintergrund
    Zum Profil

    Dr. med. Ali Ayache

    Leitender Oberarzt

    Handchirurgie


  • Porträt von Dr. med. Holger Müller, einem lächelnden Mann mit kurzen schwarzen Haaren, der einen weißen Arztkittel trägt und vor einem unscharfen Hintergrund mit blauen und weißen Elementen steht
    Zum Profil

    Dr. med. Holger Müller

    Oberarzt

    Handchirurgie


  • Porträt von Miriam Hahn, einer jungen Frau mit blonden Haaren, die zu einem Pferdeschwanz gebunden sind. Sie trägt einen weißen Arztkittel und lächelt freundlich in die Kamera. Der Hintergrund ist unscharf und zeigt einen hellen Innenraum
    Zum Profil

    Miriam Hahn

    Fachärztin

    Handchirurgie


  • Platzhalterbild für Simon Claßen – stilisierte, schlichte Grafik eines anonymen Profils auf hellgrünem Hintergrund

    Yasemin Özkan

    Fachärztin

    Handchirurgie


  • Zum Profil

    Dr. med. Caroline Welk

    Fachärztin

    Handchirurgie


Schließen