Daumensattelgelenksarthrose

Ältere Frau mit Stirnband und Smartwatch macht Yoga-Übung im Freien, Hände vor der Brust gefaltet, im Park mit Bäumen im Hintergrund

Hand / Handgelenk

Verschleiß im Daumensattelgelenk

Das Daumensattelgelenk, auch Articulatio sellaris genannt, ist ein zentraler Bestandteil des Daumens, der das Greifen und die Drehbewegungen ermöglicht. Es verbindet den ersten Mittelhandknochen mit dem Vieleckbein. Bei einer Sattelgelenkarthrose, auch Arthrosis articulationis sellaris genannt, kommt es zu einem Abbau des Gelenkknorpels, was Schmerzen und Bewegungseinschränkungen zur Folge hat. Diese Erkrankung tritt häufig durch Überlastung und altersbedingten Verschleiß auf. In fortgeschrittenen Fällen kann eine operative Behandlung notwendig werden, um die Funktionalität des Daumens wiederherzustellen.

Das Daumensattelgelenk liegt zwischen dem ersten Mittelhandknochen und dem großen Vieleckbein. Seine besondere Form ermöglicht dem Gelenk einen großen Bewegungsumfang und ist gerade beim Greifen hohen Belastungen ausgesetzt. Daher entwickelt sich nicht selten im Laufe des Lebens eine Arthrose (Gelenkverschleiß) in diesem Gelenk.

Verschleißt das Daumensattelgelenk, kann es zu sehr starken Schmerzen beim Greifen führen, vor allem beim Öffnen von Flaschen oder dem Aufdrehen von Dosen. Diese eingeschränkte Beweglichkeit des Daumens hat auch Auswirkungen auf die Funktion der gesamten Hand und dies führt zwangsläufig zu deutlichen Einschränkungen von gewohnten Aktivitäten des täglichen Lebens. Betroffen vom Verschleiß des Daumensattelgelenks sind vor allem Frauen im mittleren Alter.

Zur Behandlung der Daumensattelgelenksarthrose stehen uns nicht-operative sowie operative Verfahren zur Verfügung. Das Therapieziel ist hierbei immer die Schmerzlinderung sowie den Erhalt oder die Wiederherstellung von Beweglichkeit, Kraft und Stabilität. Zudem sollen Beeinträchtigungen im Alltag möglichst vermindert werden.

Konservative Behandlung:
Eine häufig praktizierte Maßnahme, vor allem im frühen Stadium der Arthrose, ist die Ruhigstellung des Gelenks durch spezielle Bandagen oder Orthesen, um eine Schmerzreduktion zu erzielen. Unterstützend hat sich zur kurzfristigen Schmerzlinderung die Einnahme von nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen oder Diclofenac bewährt. Lokale Gelenkinfiltrationen mit Kortison führen meist nur für eine gewisse Zeit zu einer Schmerzlinderung und reduzieren die akute Entzündung. Durch diese nicht-operativen Maßnahmen kann es in vielen Fällen zu einer deutlichen Beschwerdelinderung kommen, sodass ein chirurgischer Eingriff erst im späteren Verlauf notwendig wird.

Operative Behandlung:
Da es sich bei der Arthrose um einen voranschreitenden degenerativen Gelenkverschleiß handelt, der nicht aufgehalten oder gar rückgängig gemacht werden kann, sollte früher oder später die operative Behandlung erfolgen. Hierzu bieten wir verschiedene Operationsverfahren an.

Implantation einer Daumensattelgelenksprothese:
Bei der Implantation einer Daumensattelgelenksprothese wird das arthrotisch veränderte Gelenk zwischen dem ersten Mittelhandknochen und dem großen Vieleckbein durch ein künstliches Kugelgelenk ersetzt. Dieses soll die Beweglichkeit in alle Richtungen sowie die originäre Länge des Daumens erhalten oder wiederherstellen. Die künstlichen Gelenkpartner bestehen aus Metall und einem speziellen Kunststoff. Das Einbringen dieser Prothese ist ein kurzer chirurgischer Eingriff in Regionalanästhesie. Über einen Hautschnitt am Daumensattelgelenk wird das Gelenk dargestellt und die arthrotisch veränderten Gelenkflächen reseziert. Danach werden mit Raspeln und Fräsen die Knochen bearbeitet, um nach vorheriger Testung der passenden Größe mittels Probeimplantaten, schließlich die individuelle patientenspezifische Prothese einzusetzen. Nach dem Wundverschluß wird abschließend noch eine Gipsschiene zur Ruhigstellung des Daumens angelegt.

Resektionsarthroplastik mit Entfernung des großen Vieleckbeins:
Ein schon seit Jahrzehnten bewährtes Standardverfahren bei fortgeschrittener Arthrose im Daumensattelgelenk ist die Resektionsarthroplastik mit Entfernung des großen Vieleckbeins. Um hierbei die Länge des Daumens zu erhalten, muss der erste Mittelhandknochen in korrekter Position stabilisiert werden. Dies erfolgt i.d.R. durch einen raffenden Verschluss der Gelenkkapsel oder bei Bedarf auch mittels „Sehnen-Aufhängung“ unter Verwendung eines lokalen Sehnenstreifens, ohne weiteren Hautschnitt. Dieses Verfahren kann auch bei ausgeprägten arthrotischen Veränderungen noch wirksam eingesetzt werden, wenn die Prothesenimplantation nicht mehr möglich ist. Unter anderem kommt diese Methode zur Anwendung, wenn zusätzlich ein Verschleiß im STT-Gelenk zwischen Kahnbein, großem Vieleckbein und kleinem Vieleckbein vorliegt.

Nach der operativen Versorgung erfolgen regelmäßige Wundkontrollen und Verbandswechsel. Die Entfernung des Nahtmaterials wird nach zwei Wochen vorgenommen. 

Nach Implantation der Daumensattelgelenksprothese wird eine Gipsschiene für das Handgelenk mit Daumeneinschluss für zwei Wochen angelegt. Danach erfolgt der Wechsel auf eine Orthese für weitere zwei Wochen. Danach kann der Daumen wieder aktiv bewegt werden.

Nach Resektionsarthroplastik wird eine Gipsschiene für das Handgelenk mit Daumeneinschluss für vier Wochen angelegt. Danach kann der Daumen wieder aktiv bewegt werden.

Häufige Fragen

Entscheidend ist die Untersuchung, um für den Patienten die beste Therapie festlegen zu können. Deshalb sollte der Patient im Vorgespräch in der Sprechstunde seine Schmerzen bestmöglich schildern und vor allem auslösende Tätigkeiten beschreiben können. In der Regel werden die Patienten am Tag der Operation aufgenommen.

Um das Infektionsrisiko so weit wie möglich zu reduzieren, sollte die Haut gut gereinigt und gepflegt sein. Trockene Haut sollte mit Hautschutzcreme im Vorfeld behandelt sein, da trockene Haut eine verminderte Schutzfunktion aufweist. Die Fingernägel sollten so kurz wie möglich geschnitten sein, da die Hautkeime vor allem in diesen Regionen vorkommen. Nagellack und weitere kosmetische Nagelveränderungen müssen vor der Operation aus den oben genannten Gründen entfernt werden. Die Schulterregion und Achsel an der zu operierenden Hand sollte ebenfalls gereinigt und unverletzt sein, weil dort die Betäubung i.d.R. gesetzt wird. Da ein zweitätiger stationärer Aufenthalt erfolgt, sollte entsprechend Kleidung, persönliche Hygieneartikel und vor allem die eigenen Medikamente für z.B. Bluthochdruck, Diabetes, Schilddrüse usw. mitgebracht werden, um eine reibungslose Versorgung zu garantieren.

Um die Operation reibungslos planen zu können, sollten alle relevanten Unterlagen zu Vorerkrankungen am Sprechstundentermin mitgebracht werden. Äußerst wichtig ist die aktuelle Medikamentenliste.

Die Betreuungsvollmacht sollte vorhanden und der Betreuer am Sprechstundentermin anwesend sein, um eine zügige Therapieeinleitung beginnen zu können.

Medizinische Fachausdrücke und die Beschreibung von Erkrankung und Therapie sind manchmal schwer verständlich. Für den Erfolg der Therapie ist es aber sehr wichtig, dass der Patient alles versteht und dem behandelnden Arzt Symptome beschreiben kann. Bei bestehenden Sprachbarrieren sollte daher ein Übersetzer mit zum Sprechstundentermin gebracht werden.

Diabetes mellitus: Metformin muss ein bis zwei Tage vor der Operation abgesetzt werden. Dies wird aber nochmals in der Sprechstunde vor der Operation mit dem Narkosearzt genau besprochen.

Blutgerinnungstherapie: 100 Milligramm Aspirin zur täglichen Einnahme darf auch während der Operation und danach fortgeführt werden. Alle übrigen Blutgerinnungsmedikamente (z.B. Marcumar, Xarelto usw.) müssen im Vorfeld abgesetzt und durch andere Präparate ersetzt werden. Da dies immer eine sehr individuelle Entscheidung ist, sollten alle Informationen am Sprechstundentermin vorhanden sein. In Anbetracht der Vielzahl an erhältlichen Medikamenten muss oftmals vor der Operation der betreuende Hausarzt bzw. Facharzt diesbezüglich eingeschaltet werden.

In der Regel erfolgt die Operation mit einer schonenden Regionalanästhesie, d.h. der Arm wird betäubt, sodass der Kreislauf nicht sonderlich belastet wird. Danach wird die Schmerztherapie durch dieses Verfahren während des stationären Aufenthalts individuell gesteuert. Dies sorgt für eine sehr wirksame Schmerzausschaltung nach der Operation. Über die Narkoserisiken wird der Patient in einem persönlichen Gespräch mit dem Narkosearzt informiert (hierzu verweisen wir auf den Abschnitt Anästhesie auf unserer Homepage).

Die Operation kann gut geplant werden, wodurch Risiken minimiert werden können. Unsere Chirurgen haben große Erfahrung bei dieser sehr häufig vorkommenden Erkrankung.

Bei dem Eingriff können Sehnen, Bänder, Nerven und Blutgefäße verletzt werden. Dies kann zu einer Funktionsminderung der Hand führen. Zu den möglichen Komplikationen zählen auch Infektionen, Schwellungen, Blutergüsse und das Narkoserisiko.

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